Wie erschaffe ich eine authentische Romanfigur? Teil 6: Wünsche, Sehnsüchte & Entwicklung

 

Heute tauchen wir noch tiefer in die Psychologie deiner Romanfigur ein. Dieses Mal geht es um ihre Wünsche, Ziele und Sehnsüchte im Leben – und die persönliche Entwicklung. 

 

Ziele & Wünsche

Welche Ziele hat deine Figur? Diese können ganz unterschiedlich sein für jede Figur – manche von ihnen haben vielleicht nicht einmal ein Ziel. Grundsätzlich kannst du zwischen kurzfristigen und langfristigen Zielen unterscheiden. Ein kurzfristiges Ziel deiner Figur könnte sein, das Abitur zu machen, während ihr langfristiges Ziel ist, Mediziner*in  zu werden. Diese Ziele sind realistisch und machbar aus Sicht deiner Figur. Dem gegenüber stehen Wünsche: Das sind persönliche Sehnsüchte deiner Figur, die sich vielleicht nie bewahrheiten werden. Darunter fallen Dinge wie z.B. ein Häuschen am Meer – aber auch unmögliche Träume, wie auf den Mond zu reisen.

 

Die Probleme deiner Figur

Ich spreche hier bewusst von „Problemen“ und nicht Schwächen deiner Figur. Denn hier geht es nicht um Charakterschwächen, die deine Figur hat, sondern vielmehr die Dinge, die sie im Verlauf der Handlung überwindet. Das können durchaus charakterliche Schwächen sein – aber auch eine schwierige Familiensituation oder eine unerwartete Wendung im Leben. Im Grunde genommen ist eine Charakterentwicklung genau das: die Reise deiner Figur, ihre eigenen Probleme zu überwinden.

Beispiel: Nehmen wir an, deine Figur wurde soeben von der Liebe ihres Lebens versetzt. Sie ist am Boden zerstört und ihr Leben gerät immer mehr außer Kontrolle. Das Problem deiner Figur wäre hier, dass sie nicht über die Trennung hinwegkommt.

 

Was will deine Figur?

Nachdem du die Probleme deiner Figur etabliert hast, kannst du den Weg zu ihrer Charakterentwicklung ebnen. Was glaubt deine Figur, was sie tun muss, um ihre Probleme zu lösen? Wie geht sie sie an? Ganz wichtig hierbei: Deine Figur kann im Grunde genommen nur Falsches tun. Denn: Das, was sie glaubt zu wollen, ist nicht das, was sie wirklich braucht.

Um zu unserem ursprünglichen Beispiel zurückzukehren: Deine Figur glaubt, dass sie über die Trennung hinwegkommt, wenn sie sich in eine neue Beziehung stürzt.

 

Die Lektion

Am Ende deiner Charakterentwicklung soll deine Figur ihre Probleme überwunden haben – aber nicht durch das, was sie zu wollen glaubte, sondern das, was sie wirklich braucht. In unserem Beispiel könnte das bedeuten, dass deine Figur lernt, sich selbst erst zu lieben, bevor sie sich wieder auf andere Menschen einlässt.

Die meisten Lektionen lassen sich in eine der folgenden Kategorien einordnen:

  • Vergebung
  • Liebe
  • Akzeptanz
  • Glaube
  • Angst (bewältigen)
  • Vertrauen
  • Überleben
  • Selbstlosigkeit
  • Verantwortung
  • Erlösung / Tilgung

Kommentar schreiben

Kommentare: 0