Wie erschaffe ich eine authentische Romanfigur? Teil 2: Der erste Eindruck zählt

Im letzten Blogbeitrag haben wir uns mit dem Namen und der Funktion deiner Figur befasst. Heute widmen wir uns dem Äußeren deiner Figur.

 

Alter, Geburtsdatum und Sternzeichen

Dieser Punkt klingt erst einmal ziemlich offensichtlich, oder? Aber es lohnt sich, genauer über das Alter deiner Figur nachzudenken. Ist sie ein Kind, ein Teenager, ein Erwachsener oder vielleicht sogar ein alter Mensch? Jede dieser Entscheidungen kann deine Geschichte grundlegend verändern. In einer Fantasy-Welt kann deine Figur beispielsweise schon viel früher (oder später) als erwachsen angesehen werden, als wir das in unserer Welt kennen. In manchen Geschichten spielt auch das Sternzeichen deiner Figur eine Rolle – zum Beispiel, wenn sie ein besonderes Interesse an Astrologie hat oder dies in deiner Fantasy-Welt wichtig ist.

 

Körper & Statur

Das Aussehen deiner Figur entscheidet grundlegend darüber, wie sie in der Geschichte von anderen wahrgenommen wird. Nicht alle Menschen sind groß, schlank und gutaussehend. Versuche, aus der Klischeekiste auszubrechen und deine Figuren diverser zu gestalten! Denk auch daran, dass nicht alle Menschen da draußen gesund und able-bodied sind. Hat deine Figur möglicherweise eine körperliche Behinderung oder eine Krankheit? Wie beeinflusst das ihren Alltag?

 

Neben dem körperlichen Zustand, der Größe und der Statur deiner Figur solltest du dir auch Gedanken über Augen- und Haarfarbe sowie Frisur machen: Welche Frisur trägt die Figur normalerweise? Wie sind ihre Haare gepflegt? Fällt ihre Augenfarbe besonders auf?

 

Je nach Geschichte kann auch der Geruch relevant sein: Vielleicht trägt deine Figur ein besonderes Parfüm oder benutzt ein einzigartiges Shampoo, das ihrem Love Interest beim Küssen auffällt?

 

Auch die Hautfarbe deiner Figur ist relevant. Überlege dir, wie du Hautfarben in deiner Geschichte beschreiben möchtest. Wie stellst du dir eine Figur vor, wenn die Hautfarbe nicht beschrieben wird? Was sagt das über unser Weltbild aus?

 

Tipps zum Beschreiben von Hautfarben findest du übrigens in diesem Blogartikel: https://vickieunddaswort.de/hautfarben-guide-farbnamen

 

Besonderes

  • Hat deine Figur Narben? Haben diese eine eigene Geschichte?
  • Besitzt sie auffallende Muttermale?
  • Trägt sie Schmuck?
  • Hat sie Piercings oder Tattoos?
  • Ist die Figur Brillenträger*in?
  • Was hat die Figur immer bei sich (z.B. das Handy oder das Portemonnaie)?

 

Stärke & Ausdauer

Dieser Punkt spielt zum Teil in die körperlichen Merkmale hinein, die ich oben beschrieben habe. Wichtig wird er vor allem, wenn du Action- oder Kampfszenen in deiner Geschichte erzählst. In diesem Fall solltest du wissen, wie stark, ausdauernd oder geschickt deine Figur ist, um einschätzen zu können, wie ein Kampf oder eine Verfolgungsjagd ausfallen würde.

 

Körperhaltung & Wirkung

Die Körperhaltung sagt eine Menge darüber aus, wer deine Figur ist und wie sich von anderen wahrgenommen wird. Geht sie geduckt und unsicher oder eher selbstbewusst und mit straffen Schultern? Dies hat, gemeinsam mit dem Äußeren, einen direkten Einfluss auf ihre Wirkung auf andere Menschen. Schüchtert deine Figure andere ein? Geht sie eher in der Menge unter? Wirkt sie hypnotisierend und beeindruckend?

 

Der erste Eindruck zählt – das ist auch bei deiner Romanfigur nicht anders. Je mehr Gedanken du dir über das Äußere deiner Figur machst, desto realistischer kannst du ihre Beziehung mit sich selbst und ihrer Umwelt darstellen. Sei mutig und denk auch mal außerhalb der Box! Je mehr Vielfalt, desto besser bleiben deine Figuren deinen Leser*innen im Kopf.

 

Das waren ein paar Inputs zum Äußeren deiner Figur. Im nächsten Teil der Blogserie sprechen wir über die Geschlechtsidentität und die Sexualität deiner Charaktere. 

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